Den neuen Kunstrasen ins Flutlicht gerückt Im Vorgriff auf die Einweihung im Frühjahr präsentierte Bürgermeister Multner das fertiggestellte neue Geläuf.

Auflauf auf dem neuen Kunstrasen: Eingeweiht wird er zwar erst im Frühjahr, Bürgermeister Jürgen Multner lud aber schon mal zu einer Begehung ein. Foto: Hans-Jürgen Hege

MAULBURG.

In seiner ganzen Pracht präsentierte sich der neue Kunstrasenplatz beim Alemannenstadion – vom Flutlicht ins rechte Licht gerückt – dieser Tage den Gästen, die Bürgermeister Jürgen Multner im Vorgriff auf die Einweihung im Frühjahr zu einem "symbolischen Akt" eingeladen hatte: der Übergabe des Spielfeldes an die späteren Nutzer, allen voran an den TuS mit seinen rund 1000 Mitgliedern, die Vereinspräsident Bruno Sahner zusammen mit dem Vorsitzenden Hansjürgen Scheer vertrat. Es gehe darum, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass der Platz im Prinzip fertig sei, auch wenn er im Moment noch nicht benutzt werden könne, sagte Jürgen Multner. Die Diskussionen um die Notwendigkeit eines solchen Spielfeldes, ausgelöst durch einen Vorstoß des TuS, reichen zurück ins Jahr 2010. Als sich bei einem Besuch des damaligen Regierungspräsidenten abzeichnete, dass mit einem Zuschuss des Landes im Jahr 2012 gerechnet werden könne, nahm die Verwaltung das Projekt näher unter die Lupe, stellte aber weder 2012 noch im Jahr danach die erforderlichen Anträge, weil sie erst sicher sein wollte, dass der Kunstrasenplatz am vorgesehenen Standort auch Sinn macht. Multner hatte, so betonte er, keine Lust, vollendete Tatsachen zu schaffen, die hinterher andere Entwicklungen hätten vereiteln können. WERBUNG Zusammen mit den Nutzern wurde ein Entwicklungskonzept erarbeitet, um eine langfristige planungsrechtliche Entwicklungsgrundlage zu bekommen. Zumal damals die Zukunft der alten Halle und des Hallenbads noch in den Sternen stand. Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, das Hallenbad zu erhalten und der deutliche Hinweis darauf, dass die Wiesentalschule Gemeinschaftsschule werden würde, entwirrten die bis dahin unübersichtlichen Zusammenhänge. Danach seien einige Varianten diskutiert worden. Aber irgendwann hieß es: Kunstrasenplatz auf Hartplatz. Im Mai 2014 trudelte bei der Gemeinde der Zuschussbescheid aus Freiburg ein. Gemessen an den Gesamtkosten von rund 500 000 Euro für den Platz und weiteren fast 180 000 Euro für die Sanierung des Umfeldes waren die 81 000 Euro vom Land laut Multner "auf jeden Fall besser als nichts." Verbesserungen für alle auf dem gesamten Areal Fest stand: "Innerhalb eines Jahres muss begonnen werden. Und dann hatten wir auch ordentlich Stress", erinnerte sich der Bürgermeister. Denn viele andere Dinge mussten abgeklärt werden. Schließlich wollte man im Gesamtkonzept den Bedarf oder die Wünsche nicht nur des TuS, sondern auch der Schule, des Tennisclubs und des Bouleclubs mit unter einen Hut bekommen und Verbesserungen auf dem gesamten Areal für alle Beteiligten erreichen. Und das habe man dann auch erreicht, freute sich Jürgen Multner, der nun beabsichtigt, die umgebenden Erdhügel abzutragen und den angrenzenden öffentlichen Bolzplatz den Freizeitsportlern in einem vernünftigen Zustand zur Verfügung zu stellen. Multner dankte den Gemeinderäten, die bei den "Diskussionen Kondition bewiesen" hätten. Allen anderen, vor allem den Planern und den Mitarbeitern des Bauhofs, dankte Multner für die "konstruktive Zusammenarbeit", dem Land für den Zuschuss und dem TuS (auch) dafür, den Bau der Flutlichtanlage mit immerhin 30 000 Euro aus Eigenmitteln gesponsert zu haben. Ein großes Anliegen sei ihm aber auch, die Nutzer und die gesamte Bevölkerung zu bitten, mit der Anlage sorgsam und respektvoll umzugehen. Diesen Appell hielt auch Gemeinderat Kurt Greiner für wichtig. TuS-Vereinspräsident Bruno Sahner bekannte, von Anfang an "viel Druck" in dieser Sache ausgeübt zu haben. Das aber sei im Interesse der Bevölkerung und vor allem der Kinder und nicht zuletzt unter den Eindrücken der Integration von Flüchtlingen geschehen. Allein der TuS habe bisher 40 bis 50 Prozent der Flüchtlinge, die hier waren oder hier sind, ins fußballerische Vereinsgeschehen mit eingebunden. Berücksichtigt man die Nutzung des neuen Platzes zusätzlich noch durch die Schule, könne man uneingeschränkt feststellen: "Die Investitionen, die hier getätigt wurden oder noch getätigt werden, sind Investitionen für die gesamte Bevölkerung."