Vorfreude auf den neuen Kunstrasenplatz Ärger über Mitglieder, die sich nicht engagieren, und Sorge um die Fußballer beherrschte die Hauptversammlung des TuS Maulburg. Mit 800 Mitgliedern ist er der größte Sportverein der Gemeinde.

MAULBURG.

Mit einem "generationenübergreifenden Spektrum an Sportangeboten" (Bürgermeister Jürgen Multner) hielt der TuS Maulburger seine 800 Mitglieder auch im vergangenen Jahr wieder auf Trab - Grund genug, bei der Mitgliederversammlung eine positive Bilanz zu ziehen.

Sportstätten/Kunstrasenplatz:

Mit großer Vorfreude blickt der TuS dem Kunstrasenplatzes entgegen. "Wir haben eine Ehrenrunde gedreht", räumte Multner mit Blick auf die Verzögerungen ein. Um mit der nötigen Sorgfalt entscheiden zu können, habe es die Zeit einfach gebraucht. Im Herbst werde man aber "fix und fertig" sein. Multner dankte dem TuS für die Projektförderung über 30 000 Euro an die Gemeinde. Die großzügige Vereinsgabe habe indes durchaus ihre Berechtigung: Auch wenn der Platz für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll, werde der TuS der schließlich Hauptnutzer sein. Vorsitzender Hansjürgen Scheer verwahrte sich gleichwohl gegen "Sperrfeuer" innerhalb der Gemeinde. In Sachen Sportanlagen würden falsche Zahlen in Umlauf gebracht und behauptet, die Alemannenhalle und der neue Platz würden allein für den TuS gebaut: "Die Infrastruktur ist für die ganze Maulburger Bevölkerung da, und ein paar ehrenamtliche Idealisten erfüllen sie mit Leben", rückte Scheer die Dinge zurecht.

Mangelnder Einsatz der Mitglieder:

Für Unmut sorgt im Verein das mangelnde Engagement der Mitglieder, wenn es ums Anpacken bei Veranstaltungen im Sport- oder Festbereich geht: "Es sind immer die selben, die helfen", klagte Oliver Tews, Abteilungsleiter der Fußballerjugend. Eine Kommission will nun prüfen, ob man dem Problem über Geld beikommen kann, indem Aktive einen höheren Beitrag zahlen müssen, die nicht mindestens einmal im Jahr mithelfen.

Vorstandsbericht:

In seinem Jahresbericht hob Vorsitzender Scheer das Füchsle-Camp des SC Freiburg und den Ehrenamts-Apéro hervor. Zum Minusgeschäft wurde der bayrische Frühschoppen; die Veranstaltung wird daher gestrichen.

Berichte aus den Abteilungen:

"Wir sind nicht da, wo wir sein wollen", räumte Christian Helm als kommissarischer Fußballabteilungsleiter mit Blick auf die Aktivmannschaft der Herren ein. Ziel sei es derzeit, den Abstieg in die Kreisliga C zu vermeiden. Am Trainer liege der Misserfolg nicht, stellte Helm klar. Er bedauerte, dass Franz Joseph Stilkenbaum den TuS zum Ende der Saison verlässt. Mit Hanspeter Elsasser übernehme aber "der richtige Mann für einen Neuaufbau". Erfreuliches hingegen gibt es von der Frauenfront zu berichten: Sowohl bei den Mädchen als auch bei den Damen gibt es seit einiger Zeit Spielergemeinschaften mit dem SV Schopfheim. "Nach einigen Anfangs-Holperchen, geht es da mittlerweile richtig was voran", schwärmte Helm. Positives berichtete auch Oliver Tews als Leiter des Jugendfußball. Neben den vier Mädelsmannschaften gibt es derzeit sechs Jungenmannschaften. Insgesamt trainieren knapp hundert Nachwuchskicker unter den Fittichen von 18 ehrenamtlichen Trainern. "Ich sehe positiv in die Zukunft", so Tews. "Der Spaß steht im Vordergrund", berichtete Andreas Paul in Vertretung von Werner Keser von den Aktivitäten der Alten Herren. Ein bis zwei Stunden in der Woche sind die "Stockenten-Profis" unter Nicola Burger in Sachen Nordic Walking unterwegs; etwas gemütlicher geht es bei den Älteren um Hannelore Breh zur Sache. Von den sportlichen wie geselligen Aktivitäten der Turnerinnen berichtete Konstanze Moni. Mit Blick unter anderem auf die Aktivitäten der "Fit men" und der Wandergruppe Ü60 betonte Bruno Sahner, dass der TuS lange schon Sportangebote auch für Ältere im Programm habe und damit Trendsetter sei. Geschlagene 51 mal brachen die Ü60er zu Wanderungen und Besichtigungen auf, gab Albrecht Breh zu Protokoll. "Die Turnangebote vom Mutter-Kind-Turnen über Kinderturnen bis zu den Leistungsturnern laufen gut", informierte Hansjörg Scheer. Daneben habe der TuS mit Angeboten wie "Body & Mind", Wirbelsäulengymnastik, Tae Bo, Zumba oder Frauengymnastik eine Menge weiterer Angebot im Programm, die gut angenommen werden.

Finanzen:

Keinerlei Beanstandungen gab es am Kassenbericht von Andreas Paul. Im letzten Jahr war ihm die Entlastung verweigert worden, da es noch offene Fragen zur Abrechnung der Veranstaltung "Pop & Poesie" gab. Nachdem die Kassenprüfer Manfred Lenz und Erich Reschke auf der aktuellen Versammlung Entwarnung gaben, konnte nun die einstimmige Entlastung erfolgen. Wahlen: Wiedergewählt wurden Vorsitzender Hansjürgen Scheer, Kassierer Andreas Paul, Aktivbeisitzern Nicola Burger sowie Karin Oettle als Protokollführerin und als Leiterin Freizeitsport. Neu im Amt ist Livius Duckadam als Leiter der Fußballabteilung. Neue Kassenprüfer sind Dagmar Keser und Joachim Horn. Als Leiter der Jugendabteilung bestätigte die Versammlung Kerstin Monatsberger-Rogge und Oliver Tews. Ehrung: Für "ein Leben für den TuS" wurde Hans-Jörg Renk ausgezeichnet: Er stieg 1967 mit 17 in den TuS-Vorstand ein und war dort seither durchgängig aktiv; zuletzt als zweiter Kassierer. Auf der Mitgliederversammlung gab er das Amt ab.

Der neue TuS-Vorstand mit (von links) Livius Duckadam, Hansjürgen Scheer, Oliver Tews, Chris Helm, Nicola Burger und Andreas Paul. Foto: Anja Bertsch

Bericht BZ